Weihnachten ohne dich – eine Feier bei den Wolkenschiebern


Die Adventszeit- und Weihnachtszeit ist für viele Familien voller Wärme, Düfte und vertrauter Rituale. Doch wenn ein geliebter Mensch fehlt, verwandelt sich diese besondere Zeit oft in ein schmerzhaftes Erinnern. Erwachsene sehnen sich danach, die Festtage zu überspringen, während Kinder zwischen Traurigkeit und Vorfreude schwanken.

Zwischen Erinnern und Weiterleben

Die erste Weihnacht ohne den Verstorbenen ist schwer, doch im zweiten Jahr wird die Endgültigkeit besonders spürbar, nämlich die Erkenntnis, dass dieser Mensch nie wieder zurückkehrt. Gleichzeitig entsteht die Herausforderung, neue Wege zu finden, die Erinnerung zu bewahren und dennoch Hoffnung, Gemeinschaft und kleine Momente der Freude zuzulassen, damit das Leben trotz der Lücke weitergehen kann.

Rituale, die tragen

Die Wolkenschieber haben aus ihrer Arbeit mit trauernden Familien wertvolle Erfahrungen gesammelt. Sie wissen: Rituale können Halt geben. Ein besonderer Baumschmuck, der an den Verstorbenen erinnert, eine Kerze, die bei jedem Fest entzündet wird oder das Backen der Lieblingsplätzchen – all das schafft Nähe. Manche Familien verändern bewusst ihre Abläufe: ein anderes Essen, ein neuer Ort, ein veränderter Rhythmus. Andere führen typische Bräuche fort, um die Erinnerung lebendig zu halten.

Gemalte Erionnerungssterne
Bunte Teller mit Plätzchen

Zeichen der Verbundenheit

Ein Ast vom Weihnachtsbaum, der aufs Grab gelegt wird, oder eine weihnachtliche Dekoration am Gedenkplatz sind kleine Gesten, die Trost spenden. Kinder lieben es, Grüße in den Himmel zu schicken – mit Ballons, Wunderkerzen oder Seifenblasen. Solche Zeichen helfen, die Trauer zu verwandeln und aus Schmerz wird Erinnerung, aus Erinnerung entsteht Verbindung.

Der Baum mit den Erinnerungen an die Verstorbenen
Ein Erinnerungsstern wird bemalt.

Ein Nachmittag voller Licht

Die Wolkenschieber Sabine Wolf und Linda Hülbrock haben Familien eingeladen, eine gemeinsame Feier „Weihnachten ohne dich“ zu gestalten. Ein Tannenbaum wurde mit den Namen der Verstorbenen geschmückt, Kerzen mit Botschaften gebastelt, Sterne bemalt. Die Musiktherapeutin Sita Wilking begleitete den Nachmittag. In einem Wunschkonzert durften Kinder und Eltern ihre liebsten Weihnachtslieder wählen. Kinderpunsch und Plätzchen sorgten für Wärme. Besonders bewegend war die Geschichte „Weihnachten mit Omalücke“. Emily, ein kleines Mädchen, füllt die Lücke ihrer verstorbenen Oma mit Symbolen und schneidet einen Zweig mitten aus dem Weihnachtsbaum und bringt ihn zum Grab der Oma. So lernt sie, dass die Oma zwar fehlt, aber dennoch Teil ihres Lebens bleibt.

Die Musiktherapeutin sucht Liedtexte aus.
Linda und Sabine bei den Vorbereitungen

Abschluss – Hoffnung im Herzen

Weihnachten ohne dich ist anders, schmerzhaft und voller Sehnsucht. Doch es kann auch ein Fest der Erinnerung sein, ein Fest, das den Verstorbenen in Gedanken und Ritualen weiterleben lässt. Die Trauer bleibt, aber sie verwandelt sich mit der Zeit in liebevolle Nähe. Wer Kerzen entzündet, Geschichten erzählt oder Bräuche fortführt, schenkt sich selbst und den Kindern einen Weg, die Lücke zu füllen. Weihnachten ohne dich bedeutet nicht Weihnachten ohne Liebe – sondern Weihnachten mit einer neuen, stillen Form der Verbundenheit.

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