In diesem Buch wird ein schwieriges Thema kindgerecht erklärt. Fällt das Wort Krebs, haben wir sofort Bilder im Kopf, die es uns in den meisten Fällen schwer machen, ruhig und offen darüber zu sprechen. Sind da noch Kinder, denen wir die Krankheit möglichst objektiv und inhaltlich richtig erklären wollen, kommen wir schnell an unsere Grenzen.
Verständlich, ehrlich und anschlich
Genau hier kommt das wunderbar gestaltete und kindgerecht formulierte Buch „Wie ist das mit dem Krebs?“ ins Spiel. Das Buch hilft Erwachsenen, die Krankheit in einer Sprache zu erklären, die Kinder begreifen können. Es erzählt von Zellen, die krank werden, und davon, was getan werden kann, damit sie wieder gesund werden. Der Leser erfährt, worin der Unterschied zu einem Schnupfen besteht und welche Therapien dem Körper helfen können, die kranken – nicht die „bösen“ – Zellen zu bekämpfen. Witzige Figuren mit Sprechblasen lockern die Thematik auf und verdeutlichen das Geschriebene humorvoll.
Kinder werden direkt angesprochen
Die Kinder werden im Buch aktiv einbezogen („Kennst du jemanden, der Krebs hat oder bist du vielleicht selber betroffen?“). Die einfache Sprache, die mit Fragen und Antworten arbeitet, zieht sich konsequent durch das ganze Buch. Selbst komplexe Abläufe im Körper werden verständlich beschrieben und bebildert. Auch Gefühle und Ängste finden Raum – bis hin zur ehrlichen, aber behutsamen Thematisierung des Sterbens.
Ein Buch für Kinder und Erwachsene
Warum ich dieses Buch so gerne weiterempfehle? Weil ich selbst viel darin gelernt habe und es die Scheu nimmt, über „das Thema“ zu sprechen. Nie wird verharmlost, alles wird erklärt – liebevoll, ehrlich, bestärkend. Das Buch gibt Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Erziehern Worte an die Hand, um über etwas so Schweres wie Krebs zu reden. Kindern ab etwa acht Jahren kann man es unbefangen zum Selberlesen geben.
Hilfreiches Nachwort für Erwachsene
Ein besonderer Zusatzwert liegt im Nachwort für Erwachsene: Hier finden sich Antworten auf häufige Fragen, Tipps für Gespräche mit Kindern sowie Adressen für weiterführende Unterstützung.
Die Rezension schrieb Angelica Niestadtkötter, Mitarbeitende bei den Wolkenschiebern. Herzlichen Dank dafür.

Bibliografische Angaben:
Dr. Sarah Herlofsen / Dagmar Geisler: Wie ist das mit dem Krebs?, Thienemann-Esslinger Verlag,



