Am 28.02.2026 fand von 10.00 bis 12.00 Uhr ein Tag der offenen Tür bei den Wolkenschiebern in der Winkelstraße 1 in Gütersloh statt. Rund 70 Interessierte folgten der Einladung. Der Duft von frisch gebackenen Waffeln lockte die Besucherinnen und Besucher in die erste Etage und sorgte gleich zu Beginn für eine warme, einladende Atmosphäre.
Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, die Räumlichkeiten kennenzulernen, Fragen zu der Arbeit der Wolkenschieber zu stellen und sich in ruhiger Atmosphäre umzuschauen.
Ein Ort, an dem Gefühle Platz haben
Während die Erwachsenen zunächst vorsichtig schauten, was sie erwartete, stürmten die Kinder neugierig in den Raum. Schnell wurden die Schuhe ausgezogen und eine große, weiche Wolke – das Symbol der Wolkenschieber – von einer strahlenden Sonne weggeschoben. Dieses Bild steht sinnbildlich dafür, dass Trauer Raum haben darf, die Sonne jedoch nicht für immer verdeckt bleibt.
Mit viel Kreativität und Einfühlungsvermögen gestalteten die Kinder Erinnerungsketten für verstorbene Angehörige oder Kraftketten für sich selbst. Auf die Rückseite eines Muggelsteines konnte jeweils ein besonderes Wort geschrieben werden, das Mut und Halt geben soll oder an den Verstorbenen erinnert. Einige Kinder begleiteten die Musiktherapeutin auf der Trommel und verliehen ihren Gefühlen so einen eigenen Klang. Dabei entstand eine ruhige, fast meditative Stimmung, in der jedes Kind seinen eigenen Ausdruck finden konnte.
Kreative Wege, Erinnerung lebendig zu halten
Wer wollte, konnte auch ein Bild zu der Frage „Wie mag es wohl im Himmel sein?“ malen. Neben Blumen, Wolken, Leitern und Sternen gab es auf einigen Bildern ein großes Tor mit einem Wächter davor, durch das man in den Himmel gelangen kann. Die Bilder zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich Kinder über den Himmel und das Leben nach dem Tod nachdenken. Für viele war das Malen eine Möglichkeit, Gedanken und Gefühle sichtbar zu machen, die sich nur schwer in Worte fassen lassen.
Neben zahlreichen Informationsgesprächen gab es auch Familien, die sich aktuell in einer belastenden Situation befinden und gezielt Unterstützung suchten. Besonders berührend war die große Sonne an der Wand. An ihr konnten Strahlen befestigt werden, auf die jede und jeder schreiben durfte, was ihn oder sie zum Strahlen bringt. Schnell zeigte sich, dass es oft die kleinen Dinge sind, die Menschen Licht und Kraft schenken – gemeinsame Zeit, Erinnerungen, Musik, Familie, Freunde oder liebevolle Worte.
Trauer und Fröhlichkeit nebeneinander
Die Wolkenschieber unterstützen trauernde Familien auf ihrem individuellen Trauerweg. Sie bieten Einzelgespräche sowie Trauergruppen an und veranstalten regelmäßig Informationsangebote für Mitarbeitende aus pädagogischen Bereichen. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und ihre Familien in schwierigen Zeiten zu begleiten und ihnen einen geschützten Raum für ihre Gefühle zu geben.
Der Tag der offenen Tür machte deutlich, wie wichtig es ist, Trauer Raum zu geben und zugleich Wege aufzuzeigen, wie Hoffnung und Zuversicht wachsen können. Gleichzeitig wurde spürbar, dass neben allen schweren und belastenden Gedanken auch viel Leichtigkeit und Fröhlichkeit Platz haben dürfen. Viele Besucherinnen und Besucher verabschiedeten sich mit einem Lächeln – und dem Gefühl, dass gemeinsames Erinnern und Zuhören Kraft geben können.











